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Ökologischer Anbau Ölsaaten – Erträge und Gehalte an Öl und Eiweiss

Ölpflanzen finden in einem weiten Klima- und Bodenbereich gute Anbauvoraussetzungen, wobei bei den meisten Arten dem Klimaanspruch mehr Rechnung getragen werden muss. Die Erträge der Ölsaaten werden in sehr starkem Maße durch Witterungsfaktoren und das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen beeinflusst. Angaben zu den Erträgen sowie Ölund Eiweißgehalten im ökologischen Anbau zeigt Tabelle 8. Der Anbau vieler Arten muss in Gebieten erfolgen, in denen hohe Wärmesummen die Fettspeicherung begünstigen. Dabei bilden Winterraps und Rübsen eine Ausnahme. Winterraps liebt relativ kühles maritimes Klima mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und er benötigt über die Vegetationsperiode ausreichend hohe Niederschläge. Er kann auf Standorten angebaut werden, die gewöhnlich eine ausreichende Wasserversorgung sicherstellen, so auch auf den besseren Verwitterungsstandorten in den Vorgebirgslagen. Sehr leichte Böden sollten aber nicht genutzt werden. Sonnenblumen haben einen hohen Wärmeanspruch und ihr Anbau wird dadurch auf milde, warme Gebiete mit Weinbauklima eingegrenzt. Da ihr Wasserbedarf bei ca. 400 mm liegt, sollten sie vorrangig auf tiefgründigen Lehmböden und sandigen Lehmen mit einer guten Wasserführung kultiviert werden. Einen ähnlichen Klimaanspruch wie die Sonnenblume hat auch Saflor (Färberdistel). Der Anbau ist auch auf trockenen Grenzstandorten bzw. Rekultivierungsstandorten möglich, da Saflor relativ anspruchslos ist. Die Wärmeansprüche der Sojabohne sind ebenfalls sehr hoch und bisherige gute Erfahrungen liegen nur aus Süd- und Südwestdeutschland vor. In warmen und milden Klimalagen findet auch der Mohn die besten Bedingungen. Er benötigt für sein Wachstum mittlere Niederschläge, sodass wiederum tiefgründige Standorte genutzt werden sollten. Öllein kann auf leichteren Böden angebaut werden, es muss aber die Wasserversorgung in den Monaten Mai bis Juni gesichert sein. Ansonsten sind für den Anbau auch bessere Böden mit einer guten Wasserführung zu bevorzugen. Sehr anspruchslos an Klima- und Bodenbedingungen sind Leindotter und Krambe.

Die Bodenansprüche von wichtigen Ölpflanzen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

leichte Böden: Leindotter, Saflor, Krambe, (Lein)
mittelschwere Böden: Lein, Hanf, Winterraps, Sommerraps, Mohn, Sonnenblumen, Saflor, Soja
mittelschwere bis schwere Böden: Winterraps, Sommerraps, (Saflor).

Für die meisten Ölpflanzen sind pH-Werte über 6 günstig zu bewerten. Der Säurewert muss jedoch im Zusammenhang mit der Bodenart und
dem Humusgehalt beurteilt werden. Saflor weist ein pH-Spektrum der Böden von 5 bis 8 auf. Daher wird der Anbau auch für die Rekultivierung
degradierter Kippböden vorgeschlagen.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

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Ökologischer Anbau Ölsaaten – Erträge und Gehalte an Öl und Eiweiss

Ölpflanzen finden in einem weiten Klima- und Bodenbereich gute Anbauvoraussetzungen, wobei bei den meisten Arten dem Klimaanspruch mehr Rechnung getragen werden muss. Die Erträge der Ölsaaten werden in sehr starkem Maße durch Witterungsfaktoren und das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen beeinflusst. Angaben zu den Erträgen sowie Ölund Eiweißgehalten im ökologischen Anbau zeigt Tabelle 8. Der Anbau vieler Arten muss in Gebieten erfolgen, in denen hohe Wärmesummen die Fettspeicherung begünstigen. Dabei bilden Winterraps und Rübsen eine Ausnahme. Winterraps liebt relativ kühles maritimes Klima mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und er benötigt über die Vegetationsperiode ausreichend hohe Niederschläge. Er kann auf Standorten angebaut werden, die gewöhnlich eine ausreichende Wasserversorgung sicherstellen, so auch auf den besseren Verwitterungsstandorten in den Vorgebirgslagen. Sehr leichte Böden sollten aber nicht genutzt werden. Sonnenblumen haben einen hohen Wärmeanspruch und ihr Anbau wird dadurch auf milde, warme Gebiete mit Weinbauklima eingegrenzt. Da ihr Wasserbedarf bei ca. 400 mm liegt, sollten sie vorrangig auf tiefgründigen Lehmböden und sandigen Lehmen mit einer guten Wasserführung kultiviert werden. Einen ähnlichen Klimaanspruch wie die Sonnenblume hat auch Saflor (Färberdistel). Der Anbau ist auch auf trockenen Grenzstandorten bzw. Rekultivierungsstandorten möglich, da Saflor relativ anspruchslos ist. Die Wärmeansprüche der Sojabohne sind ebenfalls sehr hoch und bisherige gute Erfahrungen liegen nur aus Süd- und Südwestdeutschland vor. In warmen und milden Klimalagen findet auch der Mohn die besten Bedingungen. Er benötigt für sein Wachstum mittlere Niederschläge, sodass wiederum tiefgründige Standorte genutzt werden sollten. Öllein kann auf leichteren Böden angebaut werden, es muss aber die Wasserversorgung in den Monaten Mai bis Juni gesichert sein. Ansonsten sind für den Anbau auch bessere Böden mit einer guten Wasserführung zu bevorzugen. Sehr anspruchslos an Klima- und Bodenbedingungen sind Leindotter und Krambe.

Die Bodenansprüche von wichtigen Ölpflanzen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

leichte Böden: Leindotter, Saflor, Krambe, (Lein)
mittelschwere Böden: Lein, Hanf, Winterraps, Sommerraps, Mohn, Sonnenblumen, Saflor, Soja
mittelschwere bis schwere Böden: Winterraps, Sommerraps, (Saflor).

Für die meisten Ölpflanzen sind pH-Werte über 6 günstig zu bewerten. Der Säurewert muss jedoch im Zusammenhang mit der Bodenart und
dem Humusgehalt beurteilt werden. Saflor weist ein pH-Spektrum der Böden von 5 bis 8 auf. Daher wird der Anbau auch für die Rekultivierung
degradierter Kippböden vorgeschlagen.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

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Einsatz Rapskuchen als Futtermittel

Einsatz als Futtermittel am Beispiel Rapskuchen


Rapskuchen ist der Pressrückstand aus der Ölgewinnung. Während im Ökolandbau die Verfütterung des Rapskuchens zulässig ist, darf Extraktionsschrot nicht verfüttert werden. Rapskuchen aus 00-Raps (frei von Erucasäure, stark reduzierter Glucosinolatgehalt) ist ein proteinreiches Futtermittel, das durch Fettgehalte von ca. 15 Prozent (10 – 20 Prozent) gleichzeitig ein Energieträger ist. Allerdings schwankt der Fettgehalt in Abhängigkeit von der Presstechnik und deren Wartungsstand stark, weshalb regelmäßige Untersuchungen ratsam sind. Beim Einsatz von Rapskuchen als Futtermittel sind Restriktionen durch die enthaltenen Glucosinolate, Tannine und Phytinsäure zu beachten. Die Glucosinolate (GSL) verbleiben nach dem Pressen im Pressrückstand. Durch den Fettentzug kommt es zu einer Anreicherung und der Presskuchen weist höhere Gehalte als die Rapssaat auf. Die Gehalte sollten weniger als 25 mmol/kg betragen, da aus Glucosinolaten Substanzen freigesetzt werden, die wegen ihres stechenden Geruchs und bitteren Geschmacks die Futteraufnahme hemmen (antinutritive Wirkung). Im Intermediärstoffwechsel haben sie unerwünschten Einfluss auf Leber, Niere und Schilddrüse. In einem gewissen Umfang kann im Rapsanbau über die Sortenwahl Einfluss auf die GSL-Gehalte genommen werden. Tannine behindern ebenfalls wegen ihres bitteren Geschmacks die Futteraufnahme, und die Phytinsäure (genauer: das Anion Phytat) behindert die Resorption von Phosphat und Mineralionen (K, Mg, Ca, Mn, Ba, Fe-II) im Darm. Aus den genannten Gründen müssen Einsatzempfehlungen in der Rationsgestaltung beachtet werden (Tab. 5), um negative Auswirkungen wie einen Verzehrsrückgang und geringere Zunahmen zu vermeiden. Auch eine Verschlechterung der Fetteigenschaften muss verhindert werden, die z. B. bei der Herstellung von Dauerwaren die Aushärtung stören. Ein Futtereinsatz für Legehennen wird nicht empfohlen, da der Eigeschmack und -geruch durch das enthaltene Sinapin beeinträchtigt wird. Auch Ferkel und Küken sollten keinen Rapskuchen verfüttert
bekommen. Mastgeflügel können bis 5 ProzentAnteile in der Ration erhalten. Die Rationsanteile bei den anderen Tierarten variieren aufgrund der unterschiedlichen Glucosinolatverträglichkeit. Bei Schweinen können die Rationsanteile 5 bis
7 Prozent betragen. Bei Wiederkäuern können erheblich höhere Glucosinolatanteile im Futter toleriert werden, da die Pansenmikroben zu einer Inaktivierung führen. Begrenzender Faktor beim Einsatz in der Milchviehfütterung ist der Fettgehalt,
der 800 bis 1000 g in der Gesamtration je Kuh und Tag nicht überschreiten soll. Je nach Fettgehalt des Ölkuchens ergeben sich mögliche Einsatzmengen zwischen 1,5 und 2,5 kg je Kuh und Tag. Die Gehalte an Nährstoffen und Energie bestimmen generell den Futterwert. In Tabelle 6 sind wichtige Rohnährstoffe von Ölkuchen und Kernen bzw. Saaten aufgeführt. Zum Ölkuchen ist festzuhalten, dass mit steigendem Fettgehalt alle anderen Nährstoffe abnehmen (Verdünnungseffekt). Eine Bezeichnung des Rohfettgehaltes ist deshalb unbedingt erforderlich und futtermittelrechtlich vorgeschrieben. Beim Ersatz von Soja durch Rapskuchen sind die höheren Methioningehalte und die niedrigeren Lysingehalte als bei Soja (Lys : Met = 1 : 0,4) zu beachten. Günstig ist deshalb eine Mischung mit Süßlupinen (Lys : Met = 1 : 0,18). In der Bewertung der ruminalen Abbaugeschwindigkeit von Kohlenhydraten und Rohprotein ist Rapskuchen in etwa mit Sojaschrot vergleichbar.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

 

 

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