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Ökologischer Anbau Ölsaaten – Erträge und Gehalte an Öl und Eiweiss

Ölpflanzen finden in einem weiten Klima- und Bodenbereich gute Anbauvoraussetzungen, wobei bei den meisten Arten dem Klimaanspruch mehr Rechnung getragen werden muss. Die Erträge der Ölsaaten werden in sehr starkem Maße durch Witterungsfaktoren und das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen beeinflusst. Angaben zu den Erträgen sowie Ölund Eiweißgehalten im ökologischen Anbau zeigt Tabelle 8. Der Anbau vieler Arten muss in Gebieten erfolgen, in denen hohe Wärmesummen die Fettspeicherung begünstigen. Dabei bilden Winterraps und Rübsen eine Ausnahme. Winterraps liebt relativ kühles maritimes Klima mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und er benötigt über die Vegetationsperiode ausreichend hohe Niederschläge. Er kann auf Standorten angebaut werden, die gewöhnlich eine ausreichende Wasserversorgung sicherstellen, so auch auf den besseren Verwitterungsstandorten in den Vorgebirgslagen. Sehr leichte Böden sollten aber nicht genutzt werden. Sonnenblumen haben einen hohen Wärmeanspruch und ihr Anbau wird dadurch auf milde, warme Gebiete mit Weinbauklima eingegrenzt. Da ihr Wasserbedarf bei ca. 400 mm liegt, sollten sie vorrangig auf tiefgründigen Lehmböden und sandigen Lehmen mit einer guten Wasserführung kultiviert werden. Einen ähnlichen Klimaanspruch wie die Sonnenblume hat auch Saflor (Färberdistel). Der Anbau ist auch auf trockenen Grenzstandorten bzw. Rekultivierungsstandorten möglich, da Saflor relativ anspruchslos ist. Die Wärmeansprüche der Sojabohne sind ebenfalls sehr hoch und bisherige gute Erfahrungen liegen nur aus Süd- und Südwestdeutschland vor. In warmen und milden Klimalagen findet auch der Mohn die besten Bedingungen. Er benötigt für sein Wachstum mittlere Niederschläge, sodass wiederum tiefgründige Standorte genutzt werden sollten. Öllein kann auf leichteren Böden angebaut werden, es muss aber die Wasserversorgung in den Monaten Mai bis Juni gesichert sein. Ansonsten sind für den Anbau auch bessere Böden mit einer guten Wasserführung zu bevorzugen. Sehr anspruchslos an Klima- und Bodenbedingungen sind Leindotter und Krambe.

Die Bodenansprüche von wichtigen Ölpflanzen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

leichte Böden: Leindotter, Saflor, Krambe, (Lein)
mittelschwere Böden: Lein, Hanf, Winterraps, Sommerraps, Mohn, Sonnenblumen, Saflor, Soja
mittelschwere bis schwere Böden: Winterraps, Sommerraps, (Saflor).

Für die meisten Ölpflanzen sind pH-Werte über 6 günstig zu bewerten. Der Säurewert muss jedoch im Zusammenhang mit der Bodenart und
dem Humusgehalt beurteilt werden. Saflor weist ein pH-Spektrum der Böden von 5 bis 8 auf. Daher wird der Anbau auch für die Rekultivierung
degradierter Kippböden vorgeschlagen.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

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Saflor (Distel / Färberdistel) – Distelöl

Ursprünglich wurde Saflor (Distel) wegen seines Gehalts an Farbstoffen angebaut, die aus den Blütenblättern gewonnen werden. Er wird daher auch als
Färberdistel, Falscher Safran, aber auch als Öldistel bezeichnet. Seine Bedeutung als Ölpflanze erlangte er erst in neuerer Zeit. Hauptanbauländer sind Mexiko und Indien. In Europa wird er in Tschechien, Ungarn, Spanien und Portugal angebaut. Deutschland ist ein Importland für Safloröl (Distelöl).

Botanik
Saflor gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine einjährige, aufrechte, distelartige Pflanze mit einer Vegetationszeit von 110 bis 150 Tagen. Er bildet einen kräftigen Stängel und eine Pfahlwurzel aus, die bis in Tiefen von 250 cm wächst. Die Wuchshöhe beträgt 80 bis 130 cm. Die endständigen Blütenköpfe variieren in der Größe und besitzen 20 bis 150 Blüten, von denen jede ein Samenkorn produzieren kann. Saflor bildet wie die Sonnenblume Samen aus, die einen hohen Schalenanteil von 35 bis 45 Prozent besitzen.

Ölgehalt und -qualität

Der Ölgehalt der Samen liegt bei 21 bis 27 Prozent (herkömmliche Sorten) und der Proteingehalt bei 11 bis 18 Prozent (Claupein & Reinbrecht 2005). Saflor ist die Pflanze mit demhöchsten Anteil an Linolsäure (bis 80 Prozent) im Fettsäurespektrum sowie einem hohen Gehalt an Tocopherol (Vitamin E) und Phospholipiden (Lecithin). Das Öl wird daher als hochwertiges Salatöl verwendet. Zum Erhitzen eignet es sich nicht. Der Absatz kann über die Direktvermarktung und den Naturkosthandel besonders unter Bezug auf die Regionalität erfolgen. Die Normalsorten weisen folgende Fettsäurezusammensetzung auf:

Ungesättigte Fettsäuren:

a-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) < 5 Prozent
Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) 63 – 79 Prozent
Ölsäure (Omega-9-Fettsäure) 14 – 24 Prozent

Gesättigte Fettsäuren: < 10  Prozent.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

 

 

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Mohn – Mohnöl

Wegen des sehr gringen Anbauumfanges gilt Ölmohn als Nischenkultur. Genotypen, die nur 0,03 Prozent Morphin enthalten, können für landwirtschaftliche Zwecke angebaut werden. Die Fettsäurezusammensetzung bedingt einen hohen Ernährungswert. Aber nur ein geringer Ernteanteil wird zu Öl gepresst, da hier billigere Rohstoffe mit vergleichbarer Ölqualität zur Verfügung stehen, wie z. B. Sonnenblumen und Saflor. Vielmehr findet der Mohn in der Speise- und Backwarenindustrie Verwendung. Die Schwierigkeiten für einen ökologischen Anbau liegen vor allem in der langsamen Jugendentwicklung und der geringen Unkrautunterdrückungskraft.

Botanik
Der Mohn gehört zur Familie der Mohngewächse und ist die einzige landwirtschaftlich genutzte Art der Familie. Er bildet eine kräftige Pfahlwurzel mit Seitenwurzeln. Die Jugendentwicklung verläuft relativ langsam und der sich entwickelnde Stängel ist kräftig, meistens kahl und teilweise grob beharrt. Die Wuchshöhe beträgt 1 bis 1,6 m. An den Verzweigungen im oberen Drittel bilden sich die Blüten, die im Durchmesser 8 bis 10 cm groß und weiß, rot, blau oder violett gefärbt sind. Neben der Insektenbestäubung kommt auch die Windbestäubung vor. In der Fruchtkapsel bilden sich bis zu 2 000 Samen. Hinsichtlich der Samenfarbe wird in Weiß-, Grau- und Blaumohn unterschieden. Vom Mohn gibt es Winter- und Sommerformen.

Ölgehalt und -qualität

Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 40 und 45 Prozent. Die Hauptfettsäure des Mohns ist die Linolsäure und die Fettsäurezusammensetzung stellt sich wie folgt dar:

Ungesättigte Fettsäuren:
Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) 60 – 75 Prozent
Ölsäure (Omega-9-Fettsäure) 10 – 22 Prozent

Gesättigte Fettsäuren: < 10 – 12 Prozent.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

 

 

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Lein – Leinöl

Leinöl weist viele nützliche Eigenschaften auf. Ökologisch erzeugter Öllein findet vorrangig im Nahrungsmittelbereich Verwendung. Bei frisch gepressten Speiseölen liegt ein gewisser Bedarf vor und das Leinöl besitzt eine hohe biologische Wertigkeit. Aufgrund des hohen Anteils an AlphaLinolensäure ist die Haltbarkeit allerdings begrenzt. Leinsamen werden in der Backwarenindustrie und als diätetisches Erzeugnis im Reformhausbereich genutzt. Sie enthalten Ballaststoffe, Protein und Schleimstoffe und finden auch als Heilmittel in der Human- und Tierernährung Verwendung. Für den ökologischen Anbau eignet sich der Öllein aufgrund seines relativ geringen Nährstoffbedarfes und seiner relativen Anspruchslosigkeit, dem gegenüber stehen die geringe Unkrautunterdrückungskraft und die hohen Ansprüche an die Qualität.

Botanik
Lein gehört zur Familie der Leingewächse und ist eine einjährige Pflanze. Öl- und Faserlein entstanden durch Auslese und unterscheiden sich wegen der unterschiedlichen Nutzung in der Stängelhöhe beträchtlich. Der Nutzungstyp Öllein erreicht
Wuchshöhen zwischen 50 und 80 cm. Die Verzweigung beginnt im oberen Drittel der Pflanze. Die Blätter sind schmal bis lanzettlich und einzeln angeordnet. Der Lein blüht meistens blau, aber auch weiß oder rosa und er ist ein Selbstbefruchter.
Die Samen sitzen in einer Kapsel, die in fünf Fächer mit je zwei Samen unterteilt ist. Die Wurzel ist dünn, wenig verzweigt und hat einen geringen Tiefgang. Die Vegetationszeit beträgt ca. 120 Tage.

Ölgehalt und -qualität
Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 30 und 45 Prozent. Von den Pflanzenölen besitzt Leinöl  den höchsten Gehalt an Alpha-Linolensäure.

Darüber hinaus sind im kaltgepressten Öl die Vitamine A und E enthalten. Die Sorten weisen folgende Fettsäurezusammensetzung auf:

Ungesättigte Fettsäuren:
a-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) 40 – 68 Prozent
Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) 10 – 30 Prozent
Ölsäure (Omega-9-Fettsäure) 15 – 30 Prozent


Gesättigte Fettsäuren: < 8 Prozent.

Video kaltgepresstes Leinöl mit der Ölpresse RP500

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

 

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Leindotter – Leindotteröl

Der Leindotter gehört zu den ältesten heimischen Kulturpflanzen. Es wird davon ausgegangen, dass der Leindotter als sekundäre Kulturpflanze aus dem Lein hervorging. Viele Funde liegen aus den nördlichen Küstenregionen Mitteleuropas aus der Eisenzeit vor. Im Mittelalter ging der Anbau zurück und blieb bis zur Neuzeit auf einem geringen Niveau. Günstige Eigenschaften des Leindotters wie seine Anspruchslosigkeit an Boden und Klima, der relativ geringe Nährstoffbedarf und seine Eignung für den Mischfruchtanbau führten in den letzten Jahren zu Anbauversuchen im ökologischen Landbau. Bisher scheiterte der praktische Anbau vor allem daran, dass die Presskuchen nicht verfüttert werden durften. Nach Änderung der EU-Richtlinie mit Veröffentlichung im Amtsblatt am 25. Juli 2008 ist der Leindotter aber von der Liste der unerwünschten Futtermittel gestrichen worden und ein Einsatz in der Tierernährung ist möglich.

Botanik
Die zu den Kruziferen gehörende Pflanze erreicht eine Höhe von 50 bis 100 cm und sie ist durch eine dünne spindelförmige Wurzel gekennzeichnet. Sie wächst zunächst eintriebig und verzweigt sich erst im oberen Drittel. Der Stängel kann glatt oder behaart sein und die Blätter sind pfeilförmig und spitz zulaufend. Die einzelnen Triebe tragen endständige, traubige Blütenstände mit hell- bis dunkelgelben Blüten. Die Blüten sind klein und unscheinbar. Es ist eine Fremdbefruchtung durch Insekten möglich, jedoch herrscht Sebstbefruchtung vor. Die Früchte sind birnenförmige Schötchen mit 8 bis 16 gelborange bis rötlich gefärbten Samen. Die durchschnittliche TKM beträgt 1 bis 1,7 g. Es gibt Sommer- und Winterformen.

Ölgehalt und -qualität
Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 28 und 42 Prozent. Der mittlere Gehalt ist mit ca. 35 Prozent etwas niedriger als der von Raps und Sonnenblumen. Das Öl hat einen angenehmen, erbsigen Geschmack und wird in einigen Ländern wie in Frankreich in der Gourmetküche verwendet. Eine Verwendung ist auch in der pharmazeutischen, kosmetischen und chemischen Industrie sowie zur Nutzung als Treibstoff möglich. Der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist mit über 50 Prozent sehr hoch und das Verhältnis von Alpha-Linolensäure zu Linolsäure ist für die menschliche Ernährung sehr günstig.
Der Gehalt an Erucasäure ist im Vergleich zu anderen Arten und 00-Raps höher. Er liegt aber unter dem Grenzwert für Lebensmittel von 5 Prozent (Erucasäureverordnung). Ebenfalls hoch ist der Gehalt an Eicosensäure, über deren ernährungsphysiologische Wirkung wenig bekannt ist (
Matthäus 2004):

Ungesättigte Fettsäuren:
a -Linolensäure (Omega -3-Fettsäure) 32 – 40 Prozent
Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) 5 – 20 Prozent
Ölsäure (Omega-9-Fettsäure) 10 – 17 Prozent
Eicosensäure 14 – 16 Prozent
Erucasäure 2 – 4 Prozent
S Gesättigte Fettsäuren:
Palmitinsäure 5 Prozent
Stearinsäure 2 Prozent.

Einsatz der Presskuchen als Futtermittel
Leindotterpresskuchen besitzt einen Futterwert, der einen Einsatz in der Fütterung von Schweinen, Geflügel und Wiederkäuern möglich macht.


Der Proteingehalt beträgt 35 bis 40 Prozent in der Trockenmasse. Der Methionin- und Cystingehalt liegt auf dem Niveau von Raps- und Sojaeiweiß, der Lysingehalt liegt jedoch deutlich niedriger. Aufgrund seiner Zusammensetzung wird er von Wiederkäuern besser vertragen als von Schweinen und Geflügel, sodass vorrangig ein Einsatz in der Wiederkäuerfütterung erfolgen sollte (
Böhme & Flachowski 2005). Die Einsatzgrenzen in Futtermischungen sind einzuhalten.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

 

 

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Senf – Senföl

Insgesamt sind über 40 Senfarten bekannt. Für die Speisesenfherstellung und als Gewürz sind für Mitteleuropa besonders der Weiße Senf, der Braune Senf (auch als Sareptasenf bezeichnet) und der Schwarze Senf geeignet. Der SchwarzeSenf dient auch als Heilpflanze. Die für die speiseverarbeitende Industrie in Deutschland benötigten Senfkörner stammen heute überwiegend
aus Importen vor allem aus Kanada, Ungarn und Holland. In den neuen Bundesländern wurden bis zum Jahr 1989 ca. 1 200 Hektar Sareptasenf und 5 000 Hektar Weißer Senf angebaut. Nach 1990 kam der Anbau völlig zum Erliegen. Mittlerweile zeichnet sich besonders für den ökologischen Anbau eine Wiederaufnahme des Anbaus ab. Senfhersteller suchen Anbauer und
fördern den Anbau mit Abnahmeverträgen. Ein weiterer Bereich des Anbaus ist die Saatguterzeugung, da der Weiße Senf bzw. Gelbsenf als Zwischenfrucht angebaut wird und durch sein schnelles Wachstum sehr verbreitet ist

Botanik
Der Weiße Senf unterscheidet sich von den beiden Brassicaarten durch die borstige Behaarung der kantigen Stängel und Blattunterseiten. Die Schoten sind ebenfalls behaart und stehen fast rechtwinklig zum Stängel. Der Samen ist gelb. Die Bezeichnung Weißer Senf ist aus dem wissenschaftlichen Artnamen abgeleitet. In der Praxis wird er meistens aufgrund
der leuchtend gelben Blüten als Gelbsenf bezeichnet

Ölgehalt und -qualität
Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 22 und42 Prozent und variiert damit stark. Die Fettsäurezusammensetzung der drei Arten ist unterschiedlich. Der Anteil an Erucasäure ist hoch  und kann 30 bis 45 Prozent betragen. Das als Nebenprodukt anfallende Senföl wird in der chemischen Industrie als Rohstoff für Gleit- und Schmiermittel genutzt.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

 

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Ökologischer Anbau Ölsaaten – Erträge und Gehalte an Öl und Eiweiss

Ölpflanzen finden in einem weiten Klima- und Bodenbereich gute Anbauvoraussetzungen, wobei bei den meisten Arten dem Klimaanspruch mehr Rechnung getragen werden muss. Die Erträge der Ölsaaten werden in sehr starkem Maße durch Witterungsfaktoren und das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen beeinflusst. Angaben zu den Erträgen sowie Ölund Eiweißgehalten im ökologischen Anbau zeigt Tabelle 8. Der Anbau vieler Arten muss in Gebieten erfolgen, in denen hohe Wärmesummen die Fettspeicherung begünstigen. Dabei bilden Winterraps und Rübsen eine Ausnahme. Winterraps liebt relativ kühles maritimes Klima mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und er benötigt über die Vegetationsperiode ausreichend hohe Niederschläge. Er kann auf Standorten angebaut werden, die gewöhnlich eine ausreichende Wasserversorgung sicherstellen, so auch auf den besseren Verwitterungsstandorten in den Vorgebirgslagen. Sehr leichte Böden sollten aber nicht genutzt werden. Sonnenblumen haben einen hohen Wärmeanspruch und ihr Anbau wird dadurch auf milde, warme Gebiete mit Weinbauklima eingegrenzt. Da ihr Wasserbedarf bei ca. 400 mm liegt, sollten sie vorrangig auf tiefgründigen Lehmböden und sandigen Lehmen mit einer guten Wasserführung kultiviert werden. Einen ähnlichen Klimaanspruch wie die Sonnenblume hat auch Saflor (Färberdistel). Der Anbau ist auch auf trockenen Grenzstandorten bzw. Rekultivierungsstandorten möglich, da Saflor relativ anspruchslos ist. Die Wärmeansprüche der Sojabohne sind ebenfalls sehr hoch und bisherige gute Erfahrungen liegen nur aus Süd- und Südwestdeutschland vor. In warmen und milden Klimalagen findet auch der Mohn die besten Bedingungen. Er benötigt für sein Wachstum mittlere Niederschläge, sodass wiederum tiefgründige Standorte genutzt werden sollten. Öllein kann auf leichteren Böden angebaut werden, es muss aber die Wasserversorgung in den Monaten Mai bis Juni gesichert sein. Ansonsten sind für den Anbau auch bessere Böden mit einer guten Wasserführung zu bevorzugen. Sehr anspruchslos an Klima- und Bodenbedingungen sind Leindotter und Krambe.

Die Bodenansprüche von wichtigen Ölpflanzen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

leichte Böden: Leindotter, Saflor, Krambe, (Lein)
mittelschwere Böden: Lein, Hanf, Winterraps, Sommerraps, Mohn, Sonnenblumen, Saflor, Soja
mittelschwere bis schwere Böden: Winterraps, Sommerraps, (Saflor).

Für die meisten Ölpflanzen sind pH-Werte über 6 günstig zu bewerten. Der Säurewert muss jedoch im Zusammenhang mit der Bodenart und
dem Humusgehalt beurteilt werden. Saflor weist ein pH-Spektrum der Böden von 5 bis 8 auf. Daher wird der Anbau auch für die Rekultivierung
degradierter Kippböden vorgeschlagen.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

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Sonnenblumen – Sonnenblumenöl

Die Sonnenblume stammt aus dem südwestlichen Teil Nordamerikas. Der Anbau in Süddeutschland begann im Jahr 1986 und dehnte sich danach
weiter aus. Die Verwendung aus landwirtschaftlichem Anbau erfolgt überwiegend zur Ölgewinnung (kaltgepresstes Sonnenblumenöl), aber auch zur Schälnutzung (Sonnenblumenkerne). Für den ökologischen Landbau ist die Sonnenblume eine interessante Kultur, da ihre Nährstoffbedürftigkeit mit Ausnahme eines hohen Kaliumbedarfes vergleichsweise gering ist. Nachteilig sind die Anfälligkeit gegenüber Schadpilzen und ihre späte Abreife.

Botanik
Die Sonnenblume ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Die Variabilität der morphologischen und physiologischen Merkmale ist groß, so hinsichtlich der Wurzel- und Stängellänge sowie des Blütenstandes. Die Pfahlwurzel ist mit vielen langen und verzweigten Seitenwurzeln besetzt. Sie reagiert aber sehr empfindlich auf Bodenverdichtungen. Die Stängelhöhe der heutigen Kultursorten erreicht 1,50 bis 2,50 m und die Blätter sind gestielt, behaart und herzförmig. Die jungen Blätter und der junge Blütenstand folgen tagsüber dem Gang der Sonne. Danach zeigt der Korb in südöstliche Richtung, wodurch die sich bildenden Kerne vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden. In der Regel besitzen die Stängel nur einen endständigen Blütenkorb mit Zungen- und Röhrenblüten. Die Befruchtung erfolgt zum überwiegenden Teil über Fremdbefruchtung. Drei Tage nach der Befruchtung setzt die Fettsynthese ein, die durch ein lange aktiv bleibendes Blattwerk gefördert und durch Trockenheit gehemmt wird. Bei den Samen unterscheidet man zwischen dem Öltyp mit meistens schwarzer Samenschale und hohen Ölgehalten und dem Speisetyp mit meistens braun-weiß oder schwarz-weiß gestreifter, dickerer Samenschale und höherer TKM. Der Schalenanteil kann z. T. erheblich variieren. Die  Vegetationszeit beträgt ca. 150 Tage.

Ölgehalt und -qualität

Der Ölgehalt der Frucht liegt bei ungeschälter Saatzwischen 40 und 50 Prozent. Nach der Schälung weisen die Kerne Gehalte von 55 bis 65 Prozent auf. Die Hauptfettsäure der Sonnenblume ist die Linolsäure. Der Anteil an Linolsäure steigt mit abnehmenden Reifetemperaturen und ist daher in nördlichen Anbauzonen höher. Demgegenüber sinkt der Ölsäuregehalt. Die Normalsorten weisen folgende Fettsäurezusammensetzung auf:

Ungesättigte Fettsäuren:
a-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) Spuren
Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) 44 – 70 Prozent
Ölsäure (Omega-9-Fettsäure) 14 – 43 Prozent


Gesättigte Fettsäuren: < 15 Prozent.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

 

Weitere Informationen zu den Ölpressen und Produktionslinie zur Herstellung von Pflanzenöl.

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Einsatz Rapskuchen als Futtermittel

Einsatz als Futtermittel am Beispiel Rapskuchen


Rapskuchen ist der Pressrückstand aus der Ölgewinnung. Während im Ökolandbau die Verfütterung des Rapskuchens zulässig ist, darf Extraktionsschrot nicht verfüttert werden. Rapskuchen aus 00-Raps (frei von Erucasäure, stark reduzierter Glucosinolatgehalt) ist ein proteinreiches Futtermittel, das durch Fettgehalte von ca. 15 Prozent (10 – 20 Prozent) gleichzeitig ein Energieträger ist. Allerdings schwankt der Fettgehalt in Abhängigkeit von der Presstechnik und deren Wartungsstand stark, weshalb regelmäßige Untersuchungen ratsam sind. Beim Einsatz von Rapskuchen als Futtermittel sind Restriktionen durch die enthaltenen Glucosinolate, Tannine und Phytinsäure zu beachten. Die Glucosinolate (GSL) verbleiben nach dem Pressen im Pressrückstand. Durch den Fettentzug kommt es zu einer Anreicherung und der Presskuchen weist höhere Gehalte als die Rapssaat auf. Die Gehalte sollten weniger als 25 mmol/kg betragen, da aus Glucosinolaten Substanzen freigesetzt werden, die wegen ihres stechenden Geruchs und bitteren Geschmacks die Futteraufnahme hemmen (antinutritive Wirkung). Im Intermediärstoffwechsel haben sie unerwünschten Einfluss auf Leber, Niere und Schilddrüse. In einem gewissen Umfang kann im Rapsanbau über die Sortenwahl Einfluss auf die GSL-Gehalte genommen werden. Tannine behindern ebenfalls wegen ihres bitteren Geschmacks die Futteraufnahme, und die Phytinsäure (genauer: das Anion Phytat) behindert die Resorption von Phosphat und Mineralionen (K, Mg, Ca, Mn, Ba, Fe-II) im Darm. Aus den genannten Gründen müssen Einsatzempfehlungen in der Rationsgestaltung beachtet werden (Tab. 5), um negative Auswirkungen wie einen Verzehrsrückgang und geringere Zunahmen zu vermeiden. Auch eine Verschlechterung der Fetteigenschaften muss verhindert werden, die z. B. bei der Herstellung von Dauerwaren die Aushärtung stören. Ein Futtereinsatz für Legehennen wird nicht empfohlen, da der Eigeschmack und -geruch durch das enthaltene Sinapin beeinträchtigt wird. Auch Ferkel und Küken sollten keinen Rapskuchen verfüttert
bekommen. Mastgeflügel können bis 5 ProzentAnteile in der Ration erhalten. Die Rationsanteile bei den anderen Tierarten variieren aufgrund der unterschiedlichen Glucosinolatverträglichkeit. Bei Schweinen können die Rationsanteile 5 bis
7 Prozent betragen. Bei Wiederkäuern können erheblich höhere Glucosinolatanteile im Futter toleriert werden, da die Pansenmikroben zu einer Inaktivierung führen. Begrenzender Faktor beim Einsatz in der Milchviehfütterung ist der Fettgehalt,
der 800 bis 1000 g in der Gesamtration je Kuh und Tag nicht überschreiten soll. Je nach Fettgehalt des Ölkuchens ergeben sich mögliche Einsatzmengen zwischen 1,5 und 2,5 kg je Kuh und Tag. Die Gehalte an Nährstoffen und Energie bestimmen generell den Futterwert. In Tabelle 6 sind wichtige Rohnährstoffe von Ölkuchen und Kernen bzw. Saaten aufgeführt. Zum Ölkuchen ist festzuhalten, dass mit steigendem Fettgehalt alle anderen Nährstoffe abnehmen (Verdünnungseffekt). Eine Bezeichnung des Rohfettgehaltes ist deshalb unbedingt erforderlich und futtermittelrechtlich vorgeschrieben. Beim Ersatz von Soja durch Rapskuchen sind die höheren Methioningehalte und die niedrigeren Lysingehalte als bei Soja (Lys : Met = 1 : 0,4) zu beachten. Günstig ist deshalb eine Mischung mit Süßlupinen (Lys : Met = 1 : 0,18). In der Bewertung der ruminalen Abbaugeschwindigkeit von Kohlenhydraten und Rohprotein ist Rapskuchen in etwa mit Sojaschrot vergleichbar.

Quelle: Ölfrüchte im ökologischen Landbau, Informationen für die Praxis

 

 

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